Weisse
Alpacas
Alpacawolle gehört zu den feinsten Wollarten der Welt.
Wenn es 100% reine Alpacawolle ist, dann hält sie absolut
warm. Auch wenn Sie die Wärme beim Tragen eines Alpacapullovers
nicht sofort spüren, werden Sie nie Kälte verspüren,
da die Fasern dieser Wolle die Körperwärme speichern.
Wenn die Fasern jedoch mit anderen gemischt werden, verlieren
sie ihre thermischen Eigenschaften. Alpacafaser läßt
weder Wasser noch Staub durch: wenn Sie einen Alpakaponcho tragen,
werden Sie nie nass.
Alpacawolle ist so warm und eine einzigartige Faser, dass
im Verlauf von hunderten von Jahren viele Länder versucht
haben diese zu erwerben. Man keine Alpacaherden im ausland
haben, denn Alpacas vermehren sich nur in wilder Natur lebend.
Peru und Bolivien haben internationale Verträge unterzeichnet,
um das Monopol über Alpacas zu bewahren. Alpacas gehören
zum nationalem Erbgut Perus.
Seit mehr als 3000 Jahren beherrschen die Peruaner die Kunst
diese wunderbare Wolle zu verarbeiten.
Heute, genauso wie es vor 300 Jahren war, finden wir Frauen
in den Hochebenen der Anden, die Alpacas hüten und sich
dabei immer mit dem Spinnen von Wolle beschäftigen, wozu
sie Pushkas benützen. Die rohe Wolle wird
einem Stock mit runder Unterseite entlang gezogen und nach
dem Drehen entsteht das Garn, das entweder zu Strickarbeiten
oder schönen Textilien verarbeiten wird.
Das Alpacagarn, wenn es handgemacht wurde, wird mit natürlichen
Farben gefärbt und dann je nach Farben sortiert. Mit
einem Webstuhl werden schöne Ponchos, Teppiche und Decken
hergestellt oder mit der Hand warme Pullover gestrickt, die
anschliessend am Markt verkauft werden.
Beim Verkauf werden oft nicht einmal die Herstellungskosten
gedeckt, und dennoch müssen sie verkaufen, um gleiche
oder oder andere industrielle Waren kaufen zu können.
Ein handgemachter Pullover, dessen Entstehung ca. eine Woche
dauert vom Spinnen der Wolle bis zum Stricken
wird um 10 Dollar verkauft; das Produkt geht über eine
unglaubliche Kette von Zwischenhändlern und kostet einem
Kunden in Japan schliesslich 180 Dollar.
Einige Kunden glauben, dass Alpaca zu stechend ist oder zu
sehr juckt, also kaufen sie Baby Alpaca und industrielle Alpaca
Pullover. Daher ziehen es die Bauern vor ihre Alpacas zu scheren
und die Wolle an Fabriken zu verkaufen. Die Fabriken färben
die Wolle mit Chemikalien und industriellen Farbstoffen, welche
die Umwelt verschmutzen. Ausserdem kaufen sie nur weisse Alpacawolle,
damit sie beim Färben mit Chemikalien homogene Töne
erhalten. Die Fasern werden dann mit demselben Anteil an Schafwolle
gemischt, industriell gefärbt und als 100% Baby Alpacawolle
verkauft.
Wissen Sie was das verursacht? Die Alpacabesitzer wollen
nur noch weisse Alpacas züchten. Und braune, schwarze
oder färbige Alpacas werden als vientre,
d.h. schwanger verkauft. Sie werden über die Anden nach
Chile geschmuggelt, in Iquique in Quarantäne gebracht
und anschliessend nach Neuseeland, in die USA oder nach Europa
exportiert. Wenn man in den Anden nun Herden mit 200 Alpacas
sieht, sind kaum 1 oder 2 Färbige darunter.
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